Gestern war ich im Kino: "Der große Chrash - Margin Call". Beklemmend, erhellend und sehr gut. Anders, als ich es in einigen Filmkritiken gelesen habe, braucht man kein großes Wirtschafts- bzw. Geldhandelswissen, um den Film zu verstehen. Auch wenn man nicht ganz genau durchblickt, was das Problem ist und wie es "gelöst" wird - man versteht ausgezeichnet, dass es sehr, sehr schmutzige Geschäft sind.
Im ganzen Film wird nicht einmal gelächelt. Wir sehen Menschen zu, die unendlich weit von sich selbst entfernt sind, die Geldhaben mit Lebensglück verwechseln. "Wir hatten keine Wahl. Man hat nie eine." Diese Schlüsselsätze fallen zum Ende des Films. Damit wird Recht gefertigt.
Trotzdem schafft der Film das Kunststück, die meisten dieser Menschen menschlich zu zeigen. Umso spannender und enttäuschender ist, wer am Ende das betrügerische Spiel mitspielt.
Falls ich das nächste Mal denken sollte, "ich habe keine Wahl", will ich mich ganz, ganz fest an der Nase fassen. Wir haben immer eine Wahl. Es fragt sich nur, ob wir bereit sind, den Preis für diese Wahl zu bezahlen oder ob wir lieber andere zahlen lassen wollen.
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